Chronik des Ortes

Nachdem vor dem Jahre 1000 im Bereich von Knautnaundorf eine sorbische Siedlung bestanden hatte, entstand um 1090 an der Kreuzung der von Merseburg und Halle kommenden Verkehrswege ein Herrensitz mit Wirtschaftshof. Aus dem Stil der ebenfalls errichteten Rundkapelle schließt man auf Wiprecht von Groitzsch als Gründer.

Nach dem Aussterben der Dynastie Wiprechts wurden die Merseburger Bischöfe Lehnsherren über die sich vergrößernde Siedlung, die 1277 erstmals als „Nuendorf“ erwähnt wurde. Nach einigen Herrenwechseln wurde 1477 Nickel Pflugk auf Knauthain mit Knautnaundorf belehnt. Die Verbindung zu Knauthain und dessen Besitzern sollte über Jahrhunderte bestehen bleiben, auch wenn in Knauthain die Eigentümer wechselten (Schönberg, Dieskau, Hohenthal). In der Mitte des 16. Jahrhunderts wurde das zunächst als Vorwerk von Knauthain betriebene Knautnaundorfsche Gut aufgelöst, das Land zum Teil von abhängigen Bauern erworben und stattdessen eine zu Knauthain gehörige große Schäferei errichtet. Erst zum Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Schäferei wieder zugunsten des Vorwerks aufgegeben.

Im Dreißigjährigen Krieg und in der Völkerschlacht bei Leipzig erfuhr Knautnaundorf keine Zerstörungen durch Kriegseinwirkungen, wohl aber große Schäden durch Einquartierungen und Plünderungen. Weit schlimmer waren jedoch die Folgen von Pestepidemien. Zwischen 1581 und 1637 starben mehr als 300 Knautnaundorfer an der Seuche.

Dorfkirche Knautnaundorf um 18501839 wurde gemäß der neuen sächsischen Landgemeindeordnung der erste Knautnaundorfer Gemeinderat gewählt. 1849 endete die Patrimonialgerichtsbarkeit durch den Knauthainer Gutsbesitzer. 1921 wurde auch der Gutsbezirk der Gemeindeverwaltung unterstellt. Im Zuge der Bodenreform wurde das Gut enteignet und auf 16 Neubauernstellen aufgeteilt. 1952 begann in Knautnaundorf die Kollektivierung der Landwirtschaft. 1960 war das Dorf vollgenossenschaftlich.

Ab 1973 wurde Knautnaundorf durch das Vorrücken des Tagebaus Zwenkau von zahlreichen Baumaßnahmen betroffen, wie Verlegung der Weißen Elster und der Bahnlinie in Ortsnähe. Das ebenfalls dem Kohlebergbau zum Opfer fallende „Stahl- und Hartgusswerk Bösdorf“ wurde 1985 am Südrand des Ortes mit einem 205 Meter hohen Schornstein neu aufgebaut. Weitere Betriebe und der Zuzug aus den devastierten Orten Bösdorf und Eythra führten dazu, dass sich das bis ins 20. Jahrhundert landwirtschaftlich geprägte Knautnaundorf langsam zu einem Industrie- und Wohnstandort wandelte und die Einwohnerzahl ansteigen ließ. Nach 1990 kamen noch zwei Gewerbegebiete hinzu.

Am 1. Januar 1999 wurde Knautnaundorf zur Stadt Leipzig eingemeindet und bildete zunächst mit Rehbach den Ortsteil Rehbach-Knautnaundorf. Nachdem am 12. Juli 2000 diesem Ortsteil noch Hartmannsdorf zugeordnet wurde, erhielt der Ortsteil nunmehr den Namen Hartmannsdorf-Knautnaundorf.

 

Umfangreiche Details zur Historie finden Sie auf den folgenden Seiten.

 

1. Erstbesiedelung bis 16. Jahrhundert

2. 17. Jahrhundert bis 18. Jahrhundert

3. 19. Jahrhundert

4. 20. Jahrhundert bis zum 2. Weltkrieg (1939)

5. 2. Weltkrieg (1939) bis zur Wiedervereinigung Deutschlands (1989)

6. 1989 bis heute

 

Der wesentlichste Teil der Daten wurde durch Pro Leipzig e.V. zur Verfügung gestellt.

Vielen Dank dafür!

 

Historische Ortsnamenformen:

1277 : Nuendorf

1477 : Naundorf

1498 : Knautnawendorf

1521 : Nawendorf

1590 : Nauendorff

1791 : Knaut Naundorf