Chronik Teil 6

Wiedervereinigung Deutschlands (1989) bis heute

 

1990

Der VEB LEA Bösdorf wird GmbH unter Treuhandverwaltung. Das SHB wird am 1. April in eine Kapitalgesellschaft umgewan­delt. Vor der Wende hatte das Werk 1.170 Mitarbeiter, 1991 noch 1.042. Diese Zahl war bis 1993 auf 340 gesunken. Heinz Jesse tritt am 1. Juni das Bürgermeisteramt an.

1991

An der Straße nach Knauthain siedeln sich im Gewerbegebiet I zahlreiche Firmen an, die das Gelände von der MIBRAG kaufen. Es bestehen bereits Werkstätten und Büroge­bäude; zahlreiche Baracken sowie ein Heiz­haus werden abgerissen. Eine Beton- und eine Asphaltmischanlage sollen gebaut wer­den. In die Zimmerei Hochmuth zieht die Tischlerei Diedrich ein. Im April verkauft die Treuhand die Galvanotechnik Leipzig GmbH an Oertzen Elektrotechnik, der 65 Mann wei­terbeschäftigt.

1992

Nach fünfmonatiger Bauzeit wird am 30. Oktober das Gemüsegefrierzentrum errich­tet. Die 27-Millionen-Investition des General­unternehmers Rheinhold & Mahla wurde durch Fördermittel unterstützt. Die Erschlie­ßung im Gewerbe- und Industriegebiet an der Straße nach Knauthain beginnt; bis 1994 entstehen eine Kläranlage und Straßen.

Die Post, der Bahnhaltepunkt und der Konsum schließen. Fortan versorgen fliegen­de Backwaren-, Fleisch-, Fisch- und Blu­menhändler den Ort. Der Elektrohandel Ziesenhenne & Appel zieht als Untermieter bei Galvano ein. Durch Produktionszen­tralisierung wird der Betrieb mit 25 Ange­stellten nach Taucha verlagert.

1993

Im Januar wird die Luppe (Krebsgraben) ge­säubert. Ein Schweizer Investor will auf 10 ha Fläche ein Sport- und Kulturzentrum mit unterschiedlichen Freizeitangeboten schaffen. Beim Bau der Ortsstraßen erhält der Ort ein Entwässerungssystem, das an die Kläranlage des Industriegebietes angeschlossen wird. Fortan fährt der Linienbus durch den Ort; der Schafteich wird verfüllt und begrünt. Am 25. Februar findet ein Run­der Tisch statt, der sich mit der Schaffung eines Industrieparks auf dem Gelände des SHB befasst. Die ungenutzten Flächen und Gebäude werden in der Folge an mehrere mittelständische Unternehmen verkauft. Das Stahl- und Hartgußwerk Bösdorf wird am 19. Mai privatisiert. Die Produktion konzentriert sich nun neben der traditionellen Fertigung von Teilen für Tagebaumaschinen auch auf Waggon- und Schienenbau sowie allgemei­nen Maschinenbau. Ein Bebauungsplan für die Leipziger Straße 34 bis zum Ortsausgang sieht ein Gästehaus des SHB und drei wei­tere Häuser vor. Die Ärzte in der Poliklinik des SHB ziehen nach und nach aus.

1994, 1. März

Knautnaundorf und Rehbach werden nach Kulkwitz eingemeindet. Vorausgegangen war ein jahrelanges Schwanken der beiden Orte zwischen den Städten Markranstädt und Zwenkau. Die Bahnhofsstraße wird im März in Eythraer Straße umbenannt. Im Frühjahr beginnen unter Leitung des Architekten Jo­chen Landgraf die abschließenden Rekon­struktionsarbeiten in der Rundkapelle. Zum Erntedankfest am 2. Oktober kann die Rundkapelle mit einem Gottesdienst durch Pfarrer Dr. Lothar Vosberg eingeweiht werden. Im Juli muss das Gemüsegefrierzentrum Konkurs anmelden. Nachdem die Hallenser Energie Technik Anlagen Gesellschaft den Eigen­heimbesitzern im Frühjahr die Wärmeliefe­rungsverträge gekündigt hatte, werden bis zum September neue Konditionen ausge­handelt. Am 1. September wird die LEA GmbH privatisiert und durch drei Gesell­schafter verwaltet.

Altar der Andreaskapelle nach der Innensanierung, 1994

1995

Im März wird die Elsterbrücke saniert. Bis zum Juli wird die Leipziger Straße grundhaft erneuert. Für das auf dem Gelände des SHB entstandene Industriegebiet wird ein Bebau­ungsplan beschlossen. Das Gut Bernard wird weggerissen; in der Folge entstehen vier Einfamilienhäuser. Der Elektrohandel Ziesenhenne und Appel zieht aus dem Ge­bäude des Galvanobetriebes aus, das seit 1994 zur Konkursmasse Oertzen gehört.

1996

Am 1. Januar kauft das Handelsunternehmen Schneider-Gruppe Hamburg das Gemüsegefrierzentrum und führt es weiter. Der Betrieb hat saisonbedingt bis zu 140 Angestellte. Die Straßenbaufirma Thomas Gläser siedelt sich im Januar im ehemaligen Gasthof an. Im April legt das SHB den Bereich Schmiede mit 95 Beschäftigten still. Die Angestelltenzahl sinkt auf 236. Durch den Konkurs eines Geschäftsführers muss am 31. Mai das Gesamtvollstreckungsverfahren über die LEA GmbH eröffnet werden. Der Betrieb hatte zuletzt 80 Angestellte. Brigitte Döhler pachtet den Landgasthof Knautnaun­dorf am Gemeindeamt. Die Pension Gehring öffnet. Das Gut Herzberger wird abgerissen. Auf dem Grundstück entstehen Eigenheime.

1997

Im April gründet sich ein Kulturverein, der das kulturelle Miteinander im Ort fördern will. Im Juni wird nach heftigen Protesten der Ein­wohner an der Kreuzung der B 186 mit der Straße nach Knauthain eine Ampel installiert. An der Kreuzung war es zu zahlreichen Un­fällen - auch mit Todesfolge - gekommen. Das SHB stellt im Juli seine Tätigkeit als AG ein und wird als GmbH mit 175 Mitarbeitern neu gegründet.

1998, 26. August

Nördlich Knautnaundorf wird mit dem Bau der A 38 begonnen. Die Autobahn soll am Ort eine Anbindung an die B 186 erhalten. Der "Getränke-Shop" in der Alten Straße 13 öffnet.

1999, 1.Januar

Knautnaundorf wird nach Leipzig eingemein­det. Der Ort hat 497 Einwohner. Im Gemein­dehaus wird ein Bürgeramt eröffnet. Der Kindergarten wird wegen Asbestverseu­chung geschlossen. Im Mai wird das Kühl­haus des Gemüsegefrierzentrums einge­weiht.

2000, 12. Juli

Knautnaundorf wird dem Leipziger Ortsteil Hartmannsdorf zugeordnet und der Ortsteil trägt nunmehr den Namen Hartmannsdorf-Knautnaundorf.

2001

Abriss des Knautnaundorfer Kindergartens – Kinder gehen in den neu eröffneten Kindergarten in der Thomas-Müntzer-Siedlung in Knauthain.

2003

eröffnete der größtenteils auf zur Knautnaundorfer Flur gehörigem Abraumgelände des Tagebaus Zwenkau entstandene Freizeitpark Belantis.

2004, 20.07.

Wolkenbruch über Knautnaundorf - Straßen werden überflutet und Keller laufen voll. Großeinsatz der Feuerwehr

2006

Ein altes Gebäude des ehemaligen Rittergutes Knautnaundorf muss nach einem Feuer (vermutlich Brandstiftung) abgerissen werden.

2006, 16.02.

Überschwemmungen der Schkorlopper Straße durch starke Niederschläge.

2006, 01.10.

Die Gaststätte "Landgasthof" im Saalanbau des ehemaligen Guthauses schließt. Bis heute werden die Räumlichkeiten für verschiedene kulturelle Anlässe und 2 Frauensportgruppen genutzt.

2008, Oktober

Der Schlauchturm des Feurwehrgebäudes ist einsturzgefährdet und muss rückgebaut werden.

2010, Dezember

Der Bahnhof Knautnaundorf wird aufgrund festgestellter niedriger Nachfrage als Haltepunkt wegfallen.

2011, 08./09.01.

Winterschmelze führt zur erneuten Überflutung mehrerer Straßen und Grundstücke.

2013

Knautnaundorf erhält einen Spielplatz. Finanziert wurde dieser durch Mittel der Stadt und auch viele großzügige private und gewerbliche Spender in Knautnaundorf.